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Liebe Community, Am 28. Januar haben wir ein wichtiges Schreiben an Herrn Oberbürgermeister Josef geschickt. Wir hoffen auf eine schnelle Rückmeldung und halten euch selbstverständlich |
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Josef,
mit großem Bedauern möchten wir Sie darüber informieren, dass wir uns gezwungen sahen, von der eingeräumten Vertragsverlängerungsoption der bestehenden Verträge über die Kooperation zur Durchführung von Veranstaltungen mit der ABG Frankfurt Holding Abstand zu nehmen. Unsere Zusammenarbeit endet somit leider zum 30.06.2026. Die Gründe wurden mit der ABG Frankfurt Holding mehrfach ausführlich besprochen und sind in unserem Schreiben vom 30.04.2025 zusammengefasst. Wir fügen dieses Schreiben zur Anlage bei.
Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen und war das Ergebnis eines langen Abwägungsprozesses. Trotz intensiver Bemühungen des Jazzforums die aktuellen Verträge umzusetzen hat sich in der Praxis gezeigt, dass die darin enthaltenen Rahmenbedingungen für uns nicht mehr realisierbar sind.
Eine Fortführung unseres Veranstaltungsbetriebes unter den gegenwärtigen Vertragsbedingungen wäre nur mit einem organisatorischen, personellen und auch finanziellen Aufwand möglich gewesen, der für uns nicht mehr zumutbar war. Vordringlich und insbesondere die in den Verträgen für uns auferlegten logistischen Anforderungen machen es unmöglich, Veranstaltungen, insbesondere die traditionellen Sonntagsvormittagskonzerte weiterhin durchzuführen.
Wir möchten ausdrücklich betonen, dass auf unserer Seite großer guter Wille bestand, eine tragfähige Lösung zu finden, die leider in den Unterredungen mit der ABG Holding nicht gefunden werden konnte. Somit mussten wir feststellen, dass die bestehenden Verträge in seiner jetzigen Form keine praktikable Grundlage für einen weiterhin erfolgreichen Veranstaltungsbetrieb darstellen.
Wir wenden uns heute mit einer großen Bitte an Sie als Oberbürgermeister und damit Oberhaupt der Stadt Frankfurt am Main und gleichzeitig Aufsichtsrat-Vorsitzender der ABG Holding. Wir bitten Sie herzlich um Vermittlung zwischen uns und der ABG Holding, sich dafür einzusetzen, eine gemeinsame Lösung zu finden, so dass das Musiklokal Südbahnhof Sachsenhausen eine Zukunft hat und nicht vor dem Aus steht.
Der Südbahnhof als Konzert- und Veranstaltungsort ist seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der Frankfurter Kulturlandschaft. Seit 1995 haben wir diesen Ort mit großem persönlichen Engagement
aufgebaut und geprägt. Seinerzeit sind wir, damals mit großer Unterstützung der Stadt in Person des damaligen Oberbürgermeisters von Schöler, aus den Räumlichkeiten des alten Schlachthofgebäudes (Live aus dem Schlachthof) in die Räumlichkeiten des Südbahnhof umgezogen. Wir führen Konzerte, Veranstaltungen mit Livemusik seit Mitte der siebziger Jahren durch! Mit über 120 Veranstaltungen pro Jahr ist der Südbahnhof nicht nur eine wichtige Bühne für Musikerinnen und Musiker unterschiedlichster Genres, sondern auch ein kultureller Treffpunkt für tausende für Konzertbesucherinnen und – Besucher aus Frankfurt am Main und der gesamten Region.
Ein Wegfall dieses seit Jahrzehnten etablierten Musikstandorts wäre aus unserer Sicht ein nicht zu ersetzender Verlust für die kulturelle Vielfalt der Stadt und ein fatales Signal an die Musik- und Kulturszene. Im Übrigen auch ein erheblicher Verlust für tausende Besucher pro Jahr!
Gerade in den Zeiten, in denen kulturelle Räume zunehmend wirtschaftlich unter Druck geraten, halten wir es für besonders wichtig, bestehende erfolgreiche Strukturen im gemeinsamen Zusammenwirken zu erhalten.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie unser Anliegen unterstützen, eine Lösung zu finden, z.B. in einem gemeinsamen Gespräch mit den Beteiligten, damit wir weiterhin eine Perspektive für das Forum Musiklokal Südbahnhof Sachsenhausen erhalten.
Gerne stehen wir für einen persönlichen Austausch jederzeit zur Verfügung.